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Arbeitskreis Ethik

Wozu Ethik-Arbeitskreise in der lokalen Agenda 21?

Das Fachgebiet der Ethik soll den Menschen näher gebracht werden, damit es nicht den Ethik-Spezialisten, also den Berufs-Ethikern, alleine überlassen bleibt zu entscheiden, was in unserer Gesellschaft als ethisch zu gelten hat und was nicht. Sind diese Berufs-Ethiker von der Industrie bezahlt und in deren Auftrag tätig, dann vertreten sie mit großer Wahrscheinlichkeit deren Interessen, um bestimmte Produkte oder Verfahren, als ethisch unbedenklich erklären zu lassen, die es aber möglicherweise nicht sind. Es gilt daher den Missbrauch der Ethik zu verhindern. Ethik ist eine allgemeine Angelegenheit, die jeden betrifft, und darf daher nicht einzig von bestimmten Machtzentren, beispielsweise von der Industrie oder der Regierung, bestimmt und instrumentalisiert werden.

So kann auch keine Regierung, und auch kein von der Regierung ernannter Ethikrat, wirklich legitim darüber entscheiden, was ethisch ist und was nicht, wenn die Menschen (die Staatsbürger) von dieser Entscheidung, und von den Diskussionen die zu den Entscheidungen führten, ausgeschlossen bleiben. Ethik braucht den gesellschaftlichen Konsens und die Beteiligung möglichst vieler Bürger. Ethik ist eine Sache des Volkes und nicht die alleinige Angelegenheit der Volksvertreter oder der Industrie.

Ethik-Arbeitskreise sollen sich dieser Aufgabe annehmen, den Menschen die Ethik näher zu bringen und sie zu motivieren sich hieran zu beteiligen. Über den Agenda 21-Prozess soll die Ethik an die Bevölkerung herangetragen werden, um dieses Gebiet hoffähig machen zu können für Diskussionen in unserer Gesellschaft, die wichtig sind, da Themen wie "Genmanipulation am Menschen" alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes betreffen.

Ethik ist eine Sache der Vernunft und muss der Arterhaltung des Menschen dienen. Gäbe es beispielsweise Entscheidungen der Industrie oder der Regierung (oder von anderen Organisationen und Personen), die gegen das Grundprinzip der Arterhaltung des Menschen gerichtet wären (direkt oder indirekt), würden diese von den Ethik-Arbeitskreisen als nicht legitim und als unethisch abqualifiziert werden. Insofern haben Ethik-Arbeitskreise eine wichtige Funktion, sie sind aus ihrer Aufgabe heraus eine kritische Instanz, die unter ihrem Grundsatz der "Arterhaltung des Menschen" Entscheidungen überprüfen (die von Regierung, Industrie und anderen Organisationen und Personen getroffen werden), inwiefern diese Auswirkungen auf die Menschheit haben.

Bei Ethik-Arbeitskreisen geht es aber nicht nur um die großen Entscheidungen, die meist in der Politik oder in der Wissenschaft getroffen werden, welche ethische Grundfragen berühren, auch auf kommunaler Ebene werden oftmals ethische Problematiken angesprochen. Beispielsweise ob ein Feld eines Landwirtes als Versuchsfeld für genetisch verändertes Saatgut genutzt werden darf; wobei Risiken für die Umwelt und den Menschen entstehen. Insofern ist die lokale Agenda 21, welche für eine zukunftsfähige Welt in der eigenen Kommune agiert, eng mit der Ethik verknüpft und somit das entsprechende Umfeld für Ethik-Arbeitskreise. Ethik ist aber nicht mit Umweltpolitik gleichzusetzen, auch wenn sie umweltpolitische Grundregeln aufzustellen vermag.

Die Ethik entscheidet nach ihren philosophischen Untersuchungen über Grundsatzfragen was das Gute und Richtige ist, und damit fernerhin auch grundsätzlich darüber, was erlaubt sein soll und was nicht, und gibt damit der Wissenschaft, der Industrie, der Politik - und dem ihm angefügten Rechtssystem - sowie den Bürgern Richtlinien für richtiges Handeln zur Hand.
Die Ethik ist inzwischen aus der Epoche entwachsen, wo sie nur als die Idee des moralisch Guten verstanden wurde und sie einzig das richtige moralisch-sittliche Handeln zum Ziel hatte. Ethik ist nun in dem Zeitalter angekommen, wo ihr Ziel und ihre Basis die Arterhaltung des Menschen ist. Hiernach werden nun die Regeln und Grundsätze gesetzt. Man kann hier auch von Verantwortungsethik für die Menschheit sprechen.

Ethik soll man jedoch nicht negativ als Sammelbecken von Geboten und Verboten betrachten, weil sie lediglich Grundregeln und Grundsätze aufstellt, sondern man soll positiv sie als die Grundlage von Friede und Freiheit ansehen. Denn nur in einer Welt, wo die Menschen sich an ethische Normen und Regeln halten, die auch der Verantwortung für die Menschheit folgen, werden die Menschen in Frieden und Freiheit ihr Überleben wahren können.

Es bedarf vieler Ethik-Arbeitskreise, möglichst in jeder Kommune, verknüpft miteinander zu einem Netzwerk der Ethik, um nicht nur Normen und Regeln aufzustellen, sondern auch um sie durchzusetzen. Durchzusetzen gegen die Interessen der Industrie, der Politik und der Wissenschaft, wenn sie nicht der Verantwortungsethik für die Menschheit folgen wollen.

Und denken Sie daran:

Es gibt nichts Gutes,
            außer man tut es!








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